57. Eye Camp vom 13. 1 – 21.1.2026 in Ihitte/Uboma
Teilnehmer/-innen
- Univ.-Prof. Dr. Clemens Vass, Wien
- Dr. John Falasinnu, Wien
- Dr. Cornelia Hirn, Wien
- Dr. Nikolaus Hommer, Wien
- DGKS Michaela Haas, Wien
- DGKS Charlotte Berlin, Wien
- DGKS Josefine Vass, Wien
- Ing. Werner Haas, Wien

Gastgeber
Father Reverend Mag. Dr. Emeka Emeakaroha, One Heart, Dr. Emekas Vision für Entwicklungszusammenarbeit und Völkerverständigung, Pfarrer in Obergrafendorf, NÖ
Ort
Ihitte/Uboma, Madonna-Austrian Hospital, Igbo State, Nigeria
Eye Camp
Zum einen ist es mittlerweile eine vertraute Routine, zum anderen bleibt jede Reise nach Nigeria eine neue logistische und medizinische Herausforderung. Auch im Jänner 2026 führte uns unser Einsatz erneut nach Ihitte/Uboma, um dort ein weiteres Eye Camp – das achte - durchzuführen – mit großem Engagement, viel Flexibilität und einem starken Team.
Die Anreise verlief diesmal deutlich beschwerlicher als geplant. Aufgrund von starkem Eisregen war der Flughafen Wien/Schwechat bis Mittag gesperrt, sodass wir unseren Anschlussflug in Frankfurt verpassten. Eine ungeplante Übernachtung in Frankfurt war die Folge – und leider auch der Verlust eines wertvollen Tages in Nigeria.
Von Port Harcourt aus gestaltete sich die Weiterfahrt nach Ihitte wie gewohnt aufregend: dichter Verkehr, chaotische Straßenverhältnisse und Menschenmengen begleiteten uns auf der mehrstündigen Fahrt, die aus Sicherheitsgründen erneut im Konvoi und mit Polizeischutz erfolgte.
Am ersten Tag wurden wir im Madonna Austrian Hospital mit einer feierlichen Willkommenszeremonie empfangen. Tänze und Gesang der lokalen Bevölkerung unterstrichen einmal mehr die große Wertschätzung, die unserem Einsatz entgegengebracht wird. Direkt im Anschluss begannen die Vorbereitungen für die bevorstehenden Untersuchungen und Operationen.
Unser Team wurde heuer durch Charlotte, eine sehr erfahrene OP-Schwester aus Wien, verstärkt, die erstmals bei einem Eye Camp dabei war. Trotz der ungewohnten Rahmenbedingungen fand sie sich hervorragend zurecht und stellte eine wertvolle Bereicherung für das Team dar.
Erfreulich war auch, dass erstmals eine nigerianische Augenärztin, Frau Drin. Okoli mit im Team war und uns bei den Operationen unterstützte sowie auch selbst erfolgreich Kataraktoperationen durchführte. Diese Zusammenarbeit war ein wichtiger Schritt im Sinne der lokalen Vernetzung und nachhaltigen Wissensvermittlung zum Ausbau der medizinischen Versorgung in dieser Region.
Insgesamt konnten wir an vier OP-Tagen 125 Operationen durchführen, darunter neben Kataraktoperationen auch zwei Pterygium-Eingriffe (Flügelfell-Entfernung). Wie in den Jahren zuvor waren viele Katarakte weit fortgeschritten (Cataracta matura/intumeszens), in einer Ausprägung, wie man sie in Europa kaum noch sieht.
Ein besonders bewegender Fall war die Operation eines neunjährigen Kindes mit juveniler Katarakt. Der Eingriff verlief in lokaler Betäubung (der tapfere Bub!) komplikationslos, und postoperativ zeigte sich ein erfreulich gutes Ergebnis, das uns alle sehr berührte.
Eine weitere wichtige Verbesserung der Infrastruktur stellte die Spaltlampe dar, die wir heuer aus Österreich mitbringen konnten und dadurch die diagnostischen Möglichkeiten vor Ort deutlich erweitern konnten. Zusätzlich fanden auch in diesem Jahr wieder parallel zu den Operationen Laserbehandlungen statt. Neben SLT-Behandlungen gegen Glaukom und YAG-Kapsulotomien gegen den Nachstar, durchgeführt während unserer Abwesenheit durch den lokalen Orthoptisen Dr. William, wurden erstmals auch Laser-Iridotomien (gegen drohendes Winkelblockglaukom) durchgeführt.
Am ersten postoperativen Tag wurden alle operierten Patientinnen und Patienten sorgfältig kontrolliert, mit notwendigen Augentropfen sowie Sonnenbrillen versorgt und anschließend in ihre oft weit entfernten Heimatdörfer entlassen.
An der heiligen Sonntagsmesse konnten wir heuer leider nicht teilnehmen, da wir den verlorenen Tag der Anreise wiedergutmachen wollten und daher im Operationssaal blieben, um so vielen Menschen wie möglich zu helfen.
Die Dankbarkeit der Patientinnen und Patienten sowie der herzliche Empfang durch das lokale Team und die Bevölkerung machten auch dieses Eye Camp zu einem ganz besonderen Erlebnis. Trotz der erschwerten Anreise war der Einsatz wie immer mit intensiver Arbeit verbunden und ein voller Erfolg.
Unser großer Dank gilt dem gesamten Team vor Ort, den engagierten Mitgliedern vom Verein „Sehen ohne Grenzen“, den Organisatoren Univ. Prof. Clemens Vass und Univ. Prof. Christoph Faschinger sowie allen Unterstützerinnen und Unterstützern, die diese Mission möglich machen. Insbesondere danken wir allen Spendern und Spenderinnen, die aufgrund des Artikels in „heute“ und bei „Gofundme“ so großzügig gespendet haben.
Erfüllt von vielen Eindrücken und mit dem guten Gefühl, konkret geholfen zu haben, traten wir schließlich die Heimreise an – und blicken bereits jetzt motiviert auf das nächste Eye Camp im kommenden Jahr.
(verfasst von Dr. Hommer und Dr. Hirn)
Ausgaben Eye Camp Nigeria Jänner 2026
| Spaltlampe gebraucht Dr Gatterer | 1.000,00 |
| Askin Service Lumenis Spaltlampe für Nigeria | 1.050,00 |
| Kontaktglas für SLT Laser Fa adbos | 756,84 |
| Apotheke Graz (Hylase, Augensalben, etc) | 2.083,78 |
| Oertli (Pupillenexpander, Kauter, Vitrektomie) | 3.618,64 |
| Aurolab (Kunstlinsen, Visko, Nähte, etc.) | 2.560,00 |
| Aurolab Bankgebühr | 26,00 |
| Lohmann Rauscher Kitpckas 120 | 4.497,70 |
| Cemcon Anzahlung Transport Wien - Ihitte | 3.000,00 |
| Visa 8 Personen Nigeria | 2.280,00 |
| Cemcon Rest Transport Wien - Ihitte | 136,00 |
| Nächtigung Polizeischutz Eye Camp a conto | 2.300,00 |
| Summe | 23.308,96 |








