Eye Camps

Nigeria 2020

Eye Camp 26.1.-2.2. in Ihitte/Uboma (Nigeria)

TeilnehmerInnen

Univ. Prof. Dr. Clemens Vass, Wien;
OA. Dr. Peter Pfoser, Linz;
Priv. Doz. Dr. Andreas Pollreisz, Wien;
Dr. Cornelia Hirn, Wien;
Dr. Nikolaus Hommer, Wien;
DGKS Michaela Haas, Wien;
DGKS Andrea Schabetsberger, Wien;
DGKS Josefine Vass, Wien;
Ing. Werner Haas, Wien

Gastgeber: Father Mag. Dr. Emeka Emeakaroha, One Heart, Dr. Emeka's Vision für Entwicklungszusammenarbeit und Völkerverständigung

Ort, PatientInnen

Ort: Ihitte/Uboma, ungefähr 200 km nordöstlich von Port Harcourt

Bereits zum 5. Mal fand dieses Jahr das Eye Camp im Westen Afrikas, in Nigeria, statt. Das nicht zuletzt aufgrund der optimalen Planung durch Univ. Prof. Clemens Vass und Univ. Prof. Christoph Faschinger, die durch ihre langjährige Erfahrung mit den mitunter nervenaufreibenden Problemen, die mit einer solchen Reise verbunden sind, bereits vertraut und nicht aus der Ruhe zu bringen sind.

Für den Großteil des Teams war dies das zweite Eye Camp in Nigeria. Auch wenn den Teilnehmern dadurch die Umstände dieses von seinen vielen verschiedenen Ethnien und Konfessionen bestimmten Staates bereits bekannt sind – was definitiv mit einer gewissen Erleichterung verbunden ist – so heißt das aber nicht, dass dadurch die Tatsache, dass es sich immer noch um eine Reise in eines der ärmsten und am dichtesten besiedelten Länder Afrikas handelt, in Vergessenheit gerät.

Für den Mitorganisator und Operateur Dr. Vass und seine Gattin Josefine war es das erste Mal, dass sie das Abenteuer Nigeria miterleben durften. Dabei stehen bewaffneter Polizeischutz, katastrophale Straßenverhältnisse, unterbrochene Stromversorgung und vieles mehr an der Tagesordnung und sind für Europäer eine ganz eigene Erfahrung. Alles, was in Österreich selbstverständlich ist, stellt in Nigeria eine nationale Herausforderung dar.

Die Anreise in die Tropen gestaltete sich problemlos und Port Harcourt empfängt Reisende an einem mittlerweile modern renovierten Flughafen. Bevor eine Einreise genehmigt wird, prüft die Behörde die Impfpässe der Einreisenden auf eine vorhandene Gelbfieberimpfung. Danach erfolgt die obligatorische Zollkontrolle um anschließend vom nationalen Polizeischutz abgeholt zu werden. Da die dreistündige Fahrt nach Ihitte – dem Ort, an dem das Eye Camp stattfindet – bei Dunkelheit selbst mit Polizeischutz zu gefährlich ist, zogen wir es vor, die erste Nacht noch in der Port Harcourt zu verbringen. Die Fahrt zeichnet sich auch bei Tag durch unberechenbaren Verkehr, allerlei Tiere und einen auffällig schlechten Zustand der Straßen aus.

Nach einer reibungslosen Busfahrt am nächsten Morgen konnte bereits gleich nach der Ankunft der OP vorbereitet werden. Dadurch gelang es uns noch am selben Tag die ersten 6 Patientinnen und Patienten zu operieren. Dieser rasche und erfolgreiche Start wurde unter anderem durch eine Inventarisierung der Verbrauchsmaterialien vom Vorjahr ermöglicht.

Wie bereits die letzten Male zeigten sich Dr. Emeka uns seine Familie besonders gastfreundlich und öffneten die Tore ihres Heims für das gesamte Team. Für die zahlreichen mitwirkenden Österreicherinnen und Österreicher, wobei sich jedes Jahr neue Freiwillige melden, stellt die Reise nach Nigeria einen besonderen Mehrwert dar, für die sie gerne bereit sind, ihre private Urlaubszeit aufzuwenden. Je nach Tätigkeitsfeld werden Brillen ausgegeben, Kinder und Erwachsene operiert oder auf andere Art und Weise das Madonna Austrian Hospital und dessen Patientinnen und Patienten unterstützt.

In knapp viereinhalb Tagen konnte so die Graue Star Operation an 117 Patienten und Patientinnen durchgeführt werden.
Aufgrund von Stromausfällen, die einem defekten Generator geschuldet waren, kam es im Krankenhaus zwei Mal zu Verzögerungen. Die Operationen ohne funktionierende OP-Mikroskope durchzuführen wäre undenkbar, weshalb wir uns glücklich schätzen konnten, dass die Stromausfälle sich niemals während laufender Operationen ereigneten. Diese Zeitfenster der Ausfälle wurden dankbar genutzt, etwa um den wöchentlichen Markt zu besuchen oder die neuen Anschaffungen in Dr. Emekas errichteter Schule zu bewundern. Mittlerweile unterrichtet die Schule etwa 600 Kinder.

Die gute Zusammenarbeit und freundliche Kommunikation innerhalb des Teams vereinfachten die anstrengende Arbeit in dem – durch die tropische Hitze –brütend heißen Spital. Die Dankbarkeit und Wertschätzung, die uns von den behandelten Patientinnen und Patienten entgegengebracht wurden, war für uns alle überwältigend. Trotz all der Entbehrungen, Krankheiten und nicht zuletzt der vielen Armut schaut man immer wieder in lächelnde und dankbare Gesichter und lauscht dem Gesang der Einheimischen, der den Warteraum erfüllt.

Nach der letzten täglichen Visite am Samstag, traten wir gegen Mittag unsere Heimreise an. Mit dem Bus ging es wieder zurück Richtung Port Harcourt, wobei uns dieses Mal eine spektakuläre Reifenpanne den Abschied besonders interessant gestaltete.

Besonderer Dank gilt den beiden Organisatoren Univ. Prof. Clemens Vass und Univ. Prof. Christoph Faschinger sowie dem gesamten Team und nicht zuletzt den unzähligen freiwilligen Spendern, die einen erheblichen Beitrag zum Erfolg dieses Projekts beitrugen.
(Bericht verfasst von Dr Niki Hommer)