Eye Camps

Tansania 08-2010

Eye Camp 5.-9.8.2010 in Moshi (Tansania): 24. Camp
Kooperationsprojekt „Bottom to Top“ gemeinsam mit dem Verein „LIFEEARTH“
Das Projekt „Bottom to Top“ soll auf die gemeinnützigen Arbeiten der steirischen NPOs „Sehen ohne Grenzen“ und „LIFEEARTH“ aufmerksam machen.

TeilnehmerInnen (alfabetisch)

Prim.Dr. Markus Grasl, Bruck/Mur, Wien
Stefan Grasl,Wien
DGKS – OP  Maria Gruber, Bruck/ Mur
DKGS Andrea Ochabauer , Bruck/Mur
Ing.Gerhard Gindl und Team vom Verein „LIFEEARTH“ , Mitterdorf, Obersteiermark

Dr. Christian Mlundwa, Kibosho Hospital / Moshi
Father Peter Bahati , Kwalukonge Health Center
Prof. Dipl.-Ing. Nikolaus Girstmair mit Team von der PHTL Lienz
Gastgeberin: Sr. Dr. Urbani Lyimo ( Med.Dir. St. Joseph Hospital, Moshi )

Special guests:
Andy Holzer, blinder Extrembergsteiger, Tristach, Osttirol und
Franz Preihs, Extremradfahrer, Obersteiermark

Ort, PatientInnen Flug

Wien – Amsterdam – Nairobi – Arusha ( Kilimanjaro Int. Airport ). Jeder Teilnehmer konnte durch eine Sondervereinbarung mit KLM 46 Kg Gepäck mitnehmen! Insgesamt rd. 150 Kg. Dadurch konnten einige Euro an Speditionskosten eingespart werden.
Zum ersten Mal wird im St. Joseph Spital ein Augencamp durchgeführt. Wie schon beim letzten Eye Camp im Kwalukonge Health Center im Jänner 2010 führte Andrea Ochabauer und Father Peter in bewährter Art und Weise rund eine Woche vor dem Augencamp Voruntersuchungen an der Spaltlampe an rund 180 PatientInnen durch.

Nach der Adaptierung des Krankenhaus-Ops und Einordnung der mitgebrachten Verbrauchsmaterialien wurden in Summe 40 Augenoperationen unter besten Bedingungen durchgeführt. 34 KataraktOps, 3 Vitrektomien (davon eine Kernbergung aus dem Glaskörper bei traumatischer Cat. mit Linsenluxation) und 3 weitfortgeschrittenen Pterygien. Ein Großteil der Linsentrübungen waren komplett weiß, völlige Blindheit an beiden Augen bei ungefähr einem Drittel der PatientInnen. Fast alle PatientInnen kommen aus den urbanen Regionen rund um Moshi und Arusha und stammen vom Stamm der Chaggas. Stefan (Matura mit gutem Erfolg abgelegt!) und Maria, die zum zweiten Mal bei einem Eye Camp teilnahmen, waren großartig und hoch motiviert. Für optimale Operationsbegebenheiten sorgten die hauseigenen Schwestern vom Kilimanjaro Orden unter der Leitung von Dr. Urbani Lyimo und dem HTL Lienz Technikteam unter der Leitung von Prof. Dipl. Ing. Nikolaus Girstmair. Beeindruckend, wie geduldig die Patienten auf die lang ersehnte Operation warten, welche Freude sie nach dem Eingriff ausstrahlen und welcher Dank dem Ärzteteam entgegengebracht wird.
Andrea Ochabauer hat bei den Voruntersuchungen hervorragende Arbeit geleistet. Beim Camp hatte ich ein tolles Team um mich herum. Danke an Maria Gruber, danke an meinen Sohn Stefan und ein herzliches Dankeschön auch an Dr. Christian Mlundwa vom Kibosho-Hospital in Moshi. Er half uns spontan mit einem Biometriegerät aus , nachdem die US-Sonde unseres Gerätes nach einigen Messungen den Geist aufgab. Die medizinische Grundversorgung in Tansania ist auch im urbanen Bereich eine Frage des Geldes. Wer Geld hat, wird behandelt; wer kein Geld hat, der muss warten. Da machen auch christliche Krankenhäuser wie das KCMC in Tansania keine Ausnahme. Das war für mich eine erschreckende Erkenntnis. Ein Großteil unserer im St. Joseph Hosp. operierten Patientinnen wurden mangels Geld in anderen Krankenhäusern abgewiesen! Auch Andy Holzer, blinder Extrembergsteiger aus Osttirol wurde von mir im St. Joseph Hospital an den Augen untersucht. Leider ist hier die Medizin machtlos. Der Sehapparat ist dermaßen defekt (Retinopathia pigmentosa seit Geburt), dass es keine Möglichkeit gibt, das Augenlicht wieder herzustellen. Im Operationsablauf haben sich wie bei den letzten beiden Camps die Cataract Kit Packs von Lohmann&Rauscher sehr bewährt, ein Teil wurde für das nachfolgende Camp nach Kwalukonge transportiert. Aus meiner Sicht war das Projekt „Bottom to Top“ ein sensationeller Erfolg. Da schmerzt es nicht einmal, dass mein Sohn Stefan und ich den Kilimanjaro Gipfel diesmal nicht geschafft haben. Auf 4700 Meter mussten wir umdrehen, da Stefan erste Symptome einer Höhenkrankheit gezeigt hat. Der Berg wird auch noch im nächsten Jahr stehen und wir von „Sehen ohne Grenzen“ kommen ganz sicher wieder nach Tansania. 19 Mitglieder der „Bottom to Top“-Expedition standen am 15.8.2010 in den frühen Morgenstunden auf dem Gipfel des 5895 Meter hohen Kilimanjaros. Darunter auch Blind-Climber Andy Holzer. Der obersteirsche Extremradfahrer Franz Preihs unterstützte das Projekt mit einer äußerst anstrengenden, nächtlichen, über 500 km langen Radfahrt von Dar es Salaam bis zum Fuß des Kilimanjaro.

allen unseren UnterstützerInnen herzlichen Dank, vor allem

Johanna Asamer und FreundInnen, Aurachkirchen
Rotary Club Linz- Urfahr
Dipl. Ing. Florian Felsner
Fa. AMO, Herr Mag. Müller (Intraokularlinsen AR40e, Healon GV Ampullen)
Fa. Andre, Hr. Rühmkorf, Hr. Scheffknecht (Phakokassetten, Phakolanzen)
Billy Billig (Nahbrillen)
Schwarzkopf&Henkel (Dir. Ognian Filkov)
Neupack Gesellschaft m.b.H., (Dir. Benedikt Binder-Krieglstein)
Lifeearth
Schüler und Lehrer der PHTL Lienz unterstützen dieses Eye-Camp mit 600.- Euro!

Ausgaben

Verbrauchsmaterialien (einige Materialien stammen noch teilweise aus Anschaffungen für vorausgegangene Eye Camps).